Schwede hat geschrieben: 09.04.2024 22:32
Felix Zimmermann hat geschrieben: 09.04.2024 15:39
Schwede hat geschrieben: 08.04.2024 00:13
Als klarer Stadiongegner hat der Autor sich eigentlich noch ziemlich zurückgehalten.
Hallo Schwede, ich bin der Autor des Artikels, um den es geht. Woher wissen Sie, dass ich ein "klarer Stadiongegner" bin? Ich weiß das ja selbst nicht. Ich habe nur versucht, die Frage zu beantworten, ob es sinnvoll ist, dass eine Stadt ein profiligataugliches Stadion für eine Summe X baut, oder ob es nicht sinnvoll ist. Der Artikel beleuchtet die Frage von zwei Seiten: In Oldenburg wird sie mit einem "Ja, das ist sinnvoll" beantwortet, in Ulm hingegen mit einem "Nein, besser nicht". Sie sollten nicht verwechseln: Wer Fragen stellt und nicht einfach nur die Entscheidung für ein neues Stadion bejubelt, muss kein "klarer Stadiongegner" sein. Herzliche Grüße!
Moin Herr Zimmermann! Als ehemaliger Twitter-User, der auch öfters mal das Hashtag #Oldenburg in die Suche eingehackt hat, sind mir des öfteren Ihre Tweets oder Verlinkungen Ihrer taz-Artikel aufgefallen. Wobei sie ja kein Oldenburger sind, sondern ein Berliner in der beruflichen Diaspora. Ich vermute daher einen Zusammenhang, dass sie Oldenburg mehr als einmal im Zusammenhang als "Provinz" bezeichnet haben.
Praktisch bereits mit der Wiederbelebung der Stadiondebatte sind Sie meiner Erinnerung nach auch zu diesem Thema journalistisch aktiv geworden und haben sich auch privat geäußert, wobei mir die Trennung manchmal nicht ganz klar war. Ihre persönliche Meinung als in Oldenburg lebende Person ist Ihnen selbstverständlich unbenommen. Kann man ja auch ignorieren und weiterscrollen.
Ich fand allerdings Ihre taz-Artikel von Beginn an nicht ausgewogen und sehr nah an der Argumentation der sich dann bildenden "Bürgerinitiative keinStadionbau". Eine journalistische Abwägung von verschiedenen Sichtweisen konnte ich darin genauso wenig wiederfinden, wie den Versuch mit Personen aus den verschiedenen "Lagern" ins Gespräch zu kommen und Punkte zu eroieren. Sollte dies nicht ein wichtiger Teil journalistischer Arbeit zu sein? Mir ist jedenfalls nicht bekannt dass es Gesprächsanfragen in Richtung der Initiative NordwestStadion gegeben hätte.
Mein Fazit: Gemessen an Ihren Artikeln und was Sie als private Meinung auf Social Media vertreten, kann ich Sie nicht als neutralen Akteur wahrnehmen, sondern klar Partei ergreifend. Ich hoffe Ihre Frage ist damit ausreichend beantwortet.
Hallo, in gewisser Weise bin ich schon Oldenburger, zumindest wohne ich ja hier und habe hier früher schon gewohnt, bin also ein Rückkehrer. Zwischendurch war ich immer mal weg. Ich weiß aber nicht so genau, wie entscheidend das hier ist. Wenn Sie meine Artikel lesen, werden Sie jedenfalls sehen, dass dort durchaus mehrere Seiten zu Wort kommen, zuletzt etwa ausführlich die Stadt Oldenburg, der VfB Oldenburg (dessen Antworten auf einen umfangreichen Fragenkatalog allerdings eher dürftig waren), dann noch ein Amtsleiter aus Ulm und Jürgen Schwark als jemand, der sich wissenschaftlich mit dem Spannungsverhältnis zwischen Kommunen und Sport/Freizeit befasst. Die Initiative Nordweststadion habe ich erwähnt, angefragt habe ich sie nicht, da es mir ja nicht um deren Position ging, sondern um die Frage, ob Kommunen mit öffentlichem Geld ein profiligataugliches Stadion bauen sollten. Für meinen Hintergrund habe ich aber natürlich mit diversen Personen und Playern gesprochen, die sich mit der Stadionbaudebatte in Oldenburg beschäftigen. Es tauchen aber nie alle Gesprächspartner in jedem Artikel auf. Es können auch nie alle auftauchen, zumal wenn Gespräche vertraulich geführt wurden.
Dass Sie meine Artikel nicht ausgewogen fanden, wundert mich nicht. Schließlich sind Sie ja Fan. Und Fans betrachten die Welt – oder den Gegenstand, um den sie sich drehen – auf eine etwas andere Art und Weise als der Nicht-Fan. Wäre ich Fan des VfB, dann hätte ich jedenfalls nicht über die Stadionbaudebatte schreiben können. Und wie oben bereits erwähnt: Ich weiß nicht, ob ich für oder gegen einen Stadionneubau bin. Natürlich kann so eine Stadt wie Oldenburg so ein Stadion haben. Ich bin zum Beispiel neulich mit meiner Familie nach Heerenveen gefahren, um das Länderspiel Niederlande gegen Deutschland zu sehen. Ein schmuckes, kleines Stadion. Macht sich gut da. So ein Stadion aber erst zu bauen, weil ein Verein irgendwann drauf angewiesen sein könnte, gleichzeitig darauf zu setzen, dass dieses Stadion selbst dazu beitragen wird, dass der Fußball hier einen Schub erfährt, dass sich weitere Sponsoren – auch aus dem gesamten Bundesgebiet – auftun, dass der soziale Zusammenhalt in der Stadt gestärkt wird wegen des Stadions, dass nirgendwo das Geld fehlen wird, was für den Bau und Uterhalt des Stadions benötigt wird – daran könnten auch Sie als VfB-Fan Zweifel haben.
Herzliche Grüße!