Quelle: NWZ-Online„Vereine müssen endlich zur Kooperation bereit sein“
KRITIK Belke sieht Oldenburger Fußball am Tiefpunkt – Runder Tisch mit VfB, VfL und GVO gefordert
OLDENBURG - „Der Fußball in Oldenburg ist derzeit so tief anzusiedeln, tiefer geht es fast nicht mehr“, analysierte Willi Belke am Mittwochabend am Rande des Hallenfußball-Turniers um den „Cup der Öffentlichen Versicherungen“. Daher forderte der Sportliche Leiter des aufstrebenden Bezirksoberligisten GVO, der zuvor in gleicher Funktion beim VfB Oldenburg tätig war: „Wenn man dann sieht, dass knapp 5000 begeisterte Fans aus Oldenburg und umzu die Weser-Ems-Halle füllen, dann muss sich Fußball-Oldenburg endlich etwas einfallen lassen, um aus diesem Dilemma herauszukommen.“
Belke ist sich aufgrund seiner langjährigen Tätigkeiten in der Oldenburger Fußballszene sicher, dass es da durchaus einige Lösungsansätze gibt: „Wenn wir kurz- oder mittelfristig etwas erreichen wollen, müssen wir den Oldenburger Fußball zusammenschließen. Wie auch immer, das muss losgelöst von den Vereinen gesehen werden. Das einzige Ziel kann nur lauten, den Fußball in Oldenburg wieder nach oben zu bringen.“
Seiner Überzeugung nach müssten sich umgehend kompetente Verantwortliche aus den drei führenden Oldenburger Fußball-Clubs VfB, VfL und GVO an einen Tisch setzen, um zu beraten, wie so etwas machbar wäre. „Ich weiß, dass das für viele ein Reizthema ist – und viele werden auch sagen, der Belke ist bekloppt. Doch wenn dieses Thema nicht endlich konkret angesprochen wird, verschwinde
t der Fußball – wie leider schon in anderen norddeutschen Fußball-Traditionsstädten geschehen – auch in Oldenburg in der Versenkung“, mutmaßt Belke. „Das darf einfach nicht passieren. Nicht umsonst hat Rudi Assauer zu seinen VfB-Zeiten immer wieder betont, Oldenburg ist eine Fußball-Stadt. Nur gegenwärtig ist davon nichts zu bemerken.“
„In der Vergangenheit sind insbesondere im VfB viele Fehler begangen worden, doch es hilft jetzt keinem, nachzukarten. Es gilt vielmehr, den Blick nach vorne zu richten und endlich aktiv zu werden“, fordert Belke. Erste Gespräche zwischen Verantwortlichen von GVO und vom VfB habe man bereits geführt. Ebenso will er noch mit den Verantwortlichen des VfL sprechen.
„Es kann doch nicht sein, dass in einer Stadt wie Oldenburg nach meiner Einschätzung 90 Prozent der Sponsorengelder dem Basketball zufließen und dem Fußball lediglich noch zehn Prozent verbleiben – und diese müssen sich noch drei bis vier Vereine teilen“, äußert der GVO-Sportleiter. „Nach meiner Meinung können wir in Oldenburg kurzfristig innerhalb von zwei Jahren etwas erreichen. Dazu müssen aber die Vereine bereit sein, zu kooperieren und zusammen zu arbeiten. Der VfB wird es allein sicherlich nicht schaffen können“, steht für ihn fest.
Belke hofft, dass er mit seiner gegenüber der NWZ geäußerten harten Kritik am Oldenburger Fußball, die Verantwortlichen zu einer Reaktion bewegen kann. „Wir müssen irgend wie einen Konsens finden, um etwas zu bewegen. Je eher, desto besser“, ist er sich sicher.
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