SV Meppen
Verfasst: 11.06.2007 09:25
Trixer hat mir zur Beobachtung und Berichterstattung den SV Meppen zugeteilt. Ich fange mal mit einem kleinen "historischen" Rückblick an:
Ich erinnere mich noch ganz gut an die allgemeine Verblüffung, als 1970 der SV Meppen in die Regionalliga Nord (damals die zweithöchste Spielklasse unter der Bundesliga) aufstieg. Kaum einer (ich auch nicht) traute dem SV Meppen damals eine längere Verweildauer in dieser Spielklasse zu, die mit der Einführung der 2. Bundesliga (ab der Saison 1974/75) zur Oberliga Nord zurückgestuft wurde. Die Meppener konnten sich dort aber bestens behaupten und die Spielklasse 1987 sozusagen „durch die Vordertür“ in Richtung 2. Bundesliga verlassen.
Hier hat es der SV Meppen durch seine 11jährige ununterbrochene Zugehörigkeit bis zum Abstieg 1997/98) geschafft, so etwas wie einen deutschlandweiten Kultstatus zu erreichen. In der nächsten Saison „nach Meppen“ zu müssen, war für die Abstiegskandidaten der 1. Bundesliga immer so etwas wie eine drohende Höchststrafe, auch wenn die Heim-Mannschaft dann doch nicht, wie befürchtet, in Gummistiefeln spielte. 2 x (1992 und 1995) spielte der SV Meppen sogar um den Aufstieg in die 1. Bundesliga, zu dem 1995 ganze 2 Punkte fehlten.
Sozusagen als Erinnerungsstück an die glorreiche Zweitligazeit ist in Meppen das Stadion geblieben, auch wenn es im Insolvenzjahr 2001 in städtischen Besitz überging, um den Fortbestand des Vereins zu retten.
In der Saison 1999/2000 verpasste der SVM die Qualifikation zur Regionalliga und spielt seither mit „durchwachsenem Erfolg“ in der Oberliga. Wirtschaftliche Probleme und/oder zweifelhaftes wirtschaftliches Gebaren der jeweiligen Führung gehören seither mehr oder weniger zum Alltag des SV Meppen.
2002 wurde die RL-Lizenz nicht beantragt, obwohl die Mannschaft noch bis in die Endphase der Saison im Aufstiegsrennen dabei war. Einige hier werden sich noch an die reichlich alberne Aktion mit den grünen Karten im November 2002 erinnern, mit denen die damalige Vereinsführung ihre eigene Entscheidung dem DFB anlasten wollte.
In der Saison 2005/06 sollte der Aufstieg unbedingt erzwungen werden und es wurde „wie wild“ Geld für teure Profis (u. a. Yaw Donkor, Lars Schiersand, die Muzzicato-Brüder, Roman Stastka, Tim Steidten u. a.) ausgegeben. Im Winter platzte die nicht nur wirtschaftliche Blase. Die teure Mannschaft belegte nach der Hinrunde gerade einmal den 10. Platz; die Saison war sportlich und wirtschaftlich im Eimer; die Legionäre gingen oder wurden gegangen. Albert Sprehe genoss es ganz offensichtlich, von der Vereinsführung des SVM hofiert zu werden. Am Ende war es ein Unternehmen aus der Solar-Branche, das den SVM vor dem wohl ansonsten fälligen erneuten Konkurs bewahrte.
Sportlich schnitt der Verein mit einer verjüngten Truppe in der Rückrunde achtbar ab und konnte die Saison auf Platz 8 beenden. Es war auch die Saison, in der der Stern des jungen Angreifers Michael Holt aufging, der in der Saison 2006/07 mit 19 Toren (davon 4 Elfmeter) interner SVM-Torschützenkönig wurde und in den Kreis der Top-Scorer der OL Nord aufstieg. Und ohne seine Tore wäre der SVW wohl kaum auf Platz 4 gelandet. Der junge Mann wir den Verein aber wohl (in Richtung VfL Bochum II?) verlassen.
Aber zum Kader des SVM später, wenn man einen einigermaßen kompletten Überblick über die Transfers dieses Sommers hat.
Inzwischen kursieren allerdings schon wieder Gerüchte um Liquiditätsprobleme und Zahlungsrückstände gegenüber Spielern. (Ob) Was dran ist? Ich fürchte, ja, ohne irgendwie „Bescheid zu wissen“.
Für den VfB hatten die Begegnungen mit dem SV Meppen häufig eine schon geradezu schicksalhafte Bedeutung:
Unvergessen natürlich das Saisonfinale 19901/92, als der VfB am 17. Mai 2002 zum Showdown in Meppen antrat. Ein eigener Sieg und ein Punktverlust der Uerdinger beim FC St. Pauli hätte den Aufstieg des VfB in die Erste Bundesliga bedeutet. Es sollte nicht sein, auch wenn der VfB durch Tore von Carsten Linke in der 14. Minute und Matthias Jack (der inzwischen beim SVM gelandet ist) in der 50. Minute mit 2:0 siegte. St. Pauli konnte nicht helfen; „Toni“ Sailer verwandelte keinen Elfmeter gegen die Uerdinger. Ein Jahr später war der VfB völlig überraschend abgestiegen (die „Mutter aller Abstiege“).
2002 (Es war die Sprehe/Steinbach-Saison) verliert der VfB am 31. Spieltag mit 4:1 beim SV Meppen (Trainer Alo Weusthoff) und damit beinahe die Oberliga-Meisterschaft. Diese gelingt dann mit „gütige Hilfe“ aus Ihrhove zwar doch noch; aber in der Relegation gegen die HSV-„Amateure“ platzt der Traum von der Regionalliga.
Vor Beginn der Punktspielsaison 2002/03 tritt der VfB im NDS-Pokal in Meppen an. Ein junger Neuzugang aus Osnabrück donnert einen Distanzschuss zur 0:1-Führung für den VfB in den Torwinkel (am Ende siegt der VfB im Elfmeterschießen) – sein Name: Christian Thölking.
Saison 2003/04:
Am 14 Spieltag (17. November 2003) spielt der VfB beim SV Meppen 1:1. Obwohl die vom Verletzungspech geschwächten Meppener in der 2. Halbzeit ersichtlich stehend K. O. sind, begnügt sich VfB-Trainer Alo Weusthoff mit dem Unentschieden und setzt nicht auf Offensive, um den Sieg zu erzwingen (Beißhemmungen?).
Im Rückspiel am trüben 15. Februar 2004 ist Alo Weusthoff nicht mehr Trainer des VfB; aber seine Ablösung kommt zu spät. Im Bruderduell der beiden Trainer siegt Georg Belke in einem beiderseitigen Grottenkick durch ein spätes Duseltor mit 0:1 gegen seinen Bruder Willi Belke. Am Ende fehlen dem VfB 2 Punkte auf den SVM, der die Quali zur eingleisigen OL-Nord so gerade noch schafft, während der VfB für 3 Jahre in die NDS-Liga abtaucht ...
Ich erinnere mich noch ganz gut an die allgemeine Verblüffung, als 1970 der SV Meppen in die Regionalliga Nord (damals die zweithöchste Spielklasse unter der Bundesliga) aufstieg. Kaum einer (ich auch nicht) traute dem SV Meppen damals eine längere Verweildauer in dieser Spielklasse zu, die mit der Einführung der 2. Bundesliga (ab der Saison 1974/75) zur Oberliga Nord zurückgestuft wurde. Die Meppener konnten sich dort aber bestens behaupten und die Spielklasse 1987 sozusagen „durch die Vordertür“ in Richtung 2. Bundesliga verlassen.
Hier hat es der SV Meppen durch seine 11jährige ununterbrochene Zugehörigkeit bis zum Abstieg 1997/98) geschafft, so etwas wie einen deutschlandweiten Kultstatus zu erreichen. In der nächsten Saison „nach Meppen“ zu müssen, war für die Abstiegskandidaten der 1. Bundesliga immer so etwas wie eine drohende Höchststrafe, auch wenn die Heim-Mannschaft dann doch nicht, wie befürchtet, in Gummistiefeln spielte. 2 x (1992 und 1995) spielte der SV Meppen sogar um den Aufstieg in die 1. Bundesliga, zu dem 1995 ganze 2 Punkte fehlten.
Sozusagen als Erinnerungsstück an die glorreiche Zweitligazeit ist in Meppen das Stadion geblieben, auch wenn es im Insolvenzjahr 2001 in städtischen Besitz überging, um den Fortbestand des Vereins zu retten.
In der Saison 1999/2000 verpasste der SVM die Qualifikation zur Regionalliga und spielt seither mit „durchwachsenem Erfolg“ in der Oberliga. Wirtschaftliche Probleme und/oder zweifelhaftes wirtschaftliches Gebaren der jeweiligen Führung gehören seither mehr oder weniger zum Alltag des SV Meppen.
2002 wurde die RL-Lizenz nicht beantragt, obwohl die Mannschaft noch bis in die Endphase der Saison im Aufstiegsrennen dabei war. Einige hier werden sich noch an die reichlich alberne Aktion mit den grünen Karten im November 2002 erinnern, mit denen die damalige Vereinsführung ihre eigene Entscheidung dem DFB anlasten wollte.
In der Saison 2005/06 sollte der Aufstieg unbedingt erzwungen werden und es wurde „wie wild“ Geld für teure Profis (u. a. Yaw Donkor, Lars Schiersand, die Muzzicato-Brüder, Roman Stastka, Tim Steidten u. a.) ausgegeben. Im Winter platzte die nicht nur wirtschaftliche Blase. Die teure Mannschaft belegte nach der Hinrunde gerade einmal den 10. Platz; die Saison war sportlich und wirtschaftlich im Eimer; die Legionäre gingen oder wurden gegangen. Albert Sprehe genoss es ganz offensichtlich, von der Vereinsführung des SVM hofiert zu werden. Am Ende war es ein Unternehmen aus der Solar-Branche, das den SVM vor dem wohl ansonsten fälligen erneuten Konkurs bewahrte.
Sportlich schnitt der Verein mit einer verjüngten Truppe in der Rückrunde achtbar ab und konnte die Saison auf Platz 8 beenden. Es war auch die Saison, in der der Stern des jungen Angreifers Michael Holt aufging, der in der Saison 2006/07 mit 19 Toren (davon 4 Elfmeter) interner SVM-Torschützenkönig wurde und in den Kreis der Top-Scorer der OL Nord aufstieg. Und ohne seine Tore wäre der SVW wohl kaum auf Platz 4 gelandet. Der junge Mann wir den Verein aber wohl (in Richtung VfL Bochum II?) verlassen.
Aber zum Kader des SVM später, wenn man einen einigermaßen kompletten Überblick über die Transfers dieses Sommers hat.
Inzwischen kursieren allerdings schon wieder Gerüchte um Liquiditätsprobleme und Zahlungsrückstände gegenüber Spielern. (Ob) Was dran ist? Ich fürchte, ja, ohne irgendwie „Bescheid zu wissen“.
Für den VfB hatten die Begegnungen mit dem SV Meppen häufig eine schon geradezu schicksalhafte Bedeutung:
Unvergessen natürlich das Saisonfinale 19901/92, als der VfB am 17. Mai 2002 zum Showdown in Meppen antrat. Ein eigener Sieg und ein Punktverlust der Uerdinger beim FC St. Pauli hätte den Aufstieg des VfB in die Erste Bundesliga bedeutet. Es sollte nicht sein, auch wenn der VfB durch Tore von Carsten Linke in der 14. Minute und Matthias Jack (der inzwischen beim SVM gelandet ist) in der 50. Minute mit 2:0 siegte. St. Pauli konnte nicht helfen; „Toni“ Sailer verwandelte keinen Elfmeter gegen die Uerdinger. Ein Jahr später war der VfB völlig überraschend abgestiegen (die „Mutter aller Abstiege“).
2002 (Es war die Sprehe/Steinbach-Saison) verliert der VfB am 31. Spieltag mit 4:1 beim SV Meppen (Trainer Alo Weusthoff) und damit beinahe die Oberliga-Meisterschaft. Diese gelingt dann mit „gütige Hilfe“ aus Ihrhove zwar doch noch; aber in der Relegation gegen die HSV-„Amateure“ platzt der Traum von der Regionalliga.
Vor Beginn der Punktspielsaison 2002/03 tritt der VfB im NDS-Pokal in Meppen an. Ein junger Neuzugang aus Osnabrück donnert einen Distanzschuss zur 0:1-Führung für den VfB in den Torwinkel (am Ende siegt der VfB im Elfmeterschießen) – sein Name: Christian Thölking.
Saison 2003/04:
Am 14 Spieltag (17. November 2003) spielt der VfB beim SV Meppen 1:1. Obwohl die vom Verletzungspech geschwächten Meppener in der 2. Halbzeit ersichtlich stehend K. O. sind, begnügt sich VfB-Trainer Alo Weusthoff mit dem Unentschieden und setzt nicht auf Offensive, um den Sieg zu erzwingen (Beißhemmungen?).
Im Rückspiel am trüben 15. Februar 2004 ist Alo Weusthoff nicht mehr Trainer des VfB; aber seine Ablösung kommt zu spät. Im Bruderduell der beiden Trainer siegt Georg Belke in einem beiderseitigen Grottenkick durch ein spätes Duseltor mit 0:1 gegen seinen Bruder Willi Belke. Am Ende fehlen dem VfB 2 Punkte auf den SVM, der die Quali zur eingleisigen OL-Nord so gerade noch schafft, während der VfB für 3 Jahre in die NDS-Liga abtaucht ...