Allons enfants de l'football
Verfasst: 16.04.2003 13:16
Michel Platini, Kapitän und führender Kopf der französischen Nationalmannschaft, die 1984 Europameister wurde, ist inzwischen Mitglied der Exekutivkomitees der UEFA und der FIFA und gilt als Kandidat für die UEFA-Präsidentschaft. Er hat im einem Interview mit der WamS (13. 04. 03) u. a. folgendes gesagt:<br><br>Thema Fußball uns Kommerz:<br>Ich bin dazu da, dem Fußball zu dienen. Und nicht der Wirtschaft und dem Fernsehen. Die haben sich an den Fußball angedockt und versuchen jetzt die Herrschaft über den Fußball zu gewinnen und alles zu bestimmen. Das lasse ich nicht zu. ...<br>Warum ist der Fußball so faszinierend? Weil es ein Spiel ist. Doch wenn das Business kommt und den Fußball mißbrauchen will, ist das das Ende des Spiels.<br><br>Thema Europapokal:<br>Heute ist der Europapokal doch nur noch ein geschlossener Zirkus. Je mehr Spiele Du hast, desto sicherer ist es, dass die Großen gewinnen. ...<br>Ich will den Europapokal als ganzes reformieren. Ich will nur noch einen Wettbewerb haben mit 256 Mannschaften, die von vornherein im K.o.-System gegeneinander antreten (bedeutet einschließlich Finale 8 Spielrunden).<br><br>Zur „G-14“: <br>Es kann nicht sein, dass 18 Vereine meinen, den Weltfußball bestimmen zu können. Warum auch? Nur weil sie reich sind? ...<br>Ich ... unterstreiche, der Wettbewerb (Europapokal) gehört der UEFA und nicht der G-14.<br><br>Zum europäischen Lizensierungsverfahren:<br> Man muß den Vereinen Zeit geben. Wenn aber Real Madrid in drei Jahren die Konten nicht ausgeglichen hat, muss man sie aus der Champions League rausschmeißen. Ich wäre doch sehr enttäuscht, wenn die UEFA diesen Mut nicht hätte. Denn es gibt beim Fan ein Gefühl für Gerechtigkeit.<br><br>Ich wäre sehr dafür, dass der Mann sehr bald als UEFA-Präsident die Gelegenheit bekommt, den klaren Worten Taten folgen zu lassen, selbst wenn er dann nur einen Teil seiner Ideen durchsetzen wird (kann). <br>