Re: 1. Bundesliga - Laberthread
Verfasst: 01.10.2017 11:13
Bayern zahlt jetzt die sportliche Zeche dafür, dass man zumindest in den letzten 3 bis 4 Jahren bei wichtigen Personalentscheidungen falsch agiert hat. Über die Zugänge im Sommer, Tolisso, James, Süle, Rudy wird man - schon jetzt - sagen können, dass sie die internationale Wettberwerbsfähigkeit nicht sonderlich verbessern. Dazu hat man noch Coman nach 2 Jahren Ausleihe, in denen er auch nur ein Spieler mehr war, fest übernommen.
Und vor einem Jahr war Hummels der einzige Zugang, der dem Kader wirklich zusätzliche Qualität eingebracht hat.
2015 war Kimmich der einzige Zugang, der wirklich eingeschlagen hat. Bei Vidal und bei Costa würde ich diesbezüglich deutliche Abstriche machen.
Auf der anderen Seite:
Die Abgänge von Kroos (2014), Schweinsteiger (2015), Lahm und Alonso (2017). M. E. wurden die nicht rechtzeitig bzw. gar nicht angemessen kompensiert. Lediglich Kimmich/Lahm würde ich da gelten lassen. Kroos mit der Verweigerung eines vernünftigen Vertragsangebots zu Real zu vertreiben, war wohl sogar ein Kardinalfehler.
Dazu hat man sich nicht wirklich bemüht, etwa einen Kevin de Bruyne zu holen (2015), obwohl der damals interessiert war. Aus Manchester wird man ihn jetzt nicht mehr loseisen können. Desgleichen nicht einen Leroy Sane, der 2016 auf dem Markt war. Und ein Draxler ist im Januar dieses Jahres auch nicht zu den Bayern gegangen, sondern gleich nach Paris. Dass der FCB sich sonderlich um ihn bemüht hat, ist mir jedenfalls nicht aufgefallen.
Inzwischen ist es auch für einen FC Bayern schwierig geworden, sich Top-Spieler aus der Bundesliga so abzugreifen, wie man es jahrelang fast mühelos konnte. Auf dem europäischen Markt hat man zuletzt ohnehin zumeist nur Spieler verpflichtet, die zwar sehr gute Qualität haben, aber eher keine internationale Top-Qualität. Dass man da, so wie immer wieder Dortmund, weniger große Namen auftreibt, die sich dann schnell zu Top-Spielern entwickeln, ist auch schon lange nicht mehr der Fall.
Und der eigene Nachwuchs? Hoeneß hat schon recht, wenn er die Resultate der Nachwuchsarbeit als unzureichend empfindet und diesbezüglich Gas geben will. Seit Thomas Müller, der ja auch kein Jungspund mehr ist, ist da nicht mehr so viel gekommen.
Der FC Bayern wird an mehreren Stellschrauben drehen müssen, um international nicht - deutlich - zurückzufallen.
Er wird sehen müssen, dass er auf dem internationalen Markt Spieler mit hohem Potenzial findet, die noch etwas im Verborgenen blühen (oder eben auch dreistellige Millionensummen an Ablöse bezahlen).
Dazu muss in naher Zukunft aus der nun wirklich aufwendig betriebenen Nachwuchsabteilung auch einigermaßen regelmäßig wieder eine „Dividende“ für die erste Mannschaft anfallen.
Man wird auch absehbare Altersumbrüche, aktuell Robben, Ribery, Martinez, besser antizipieren müssen (bei Schweinsteiger, Lahm, Allonso hat man das eher nicht so gut gemacht). Ob es demnächst etwa bei Lewandowski, Boateng und Hummels besser läuft, wird man sehen.
Dazu kann man international wohl nicht ohne eine ernsthafte Alternative für den Torjäger Lewandowski auskommen; die Behelfslösungen bei einem Ausfall dieses Spielers mögen gegen Frankfurt oder Augsburg reichen, international tun sie es nicht. Wissen konnte man das auch schon vor Beginn dieser Saison, geholt und gleich wieder verliehen hat man gerade einmal Gnabry, einen ganz anderen Typ Spieler.
Und vor einem Jahr war Hummels der einzige Zugang, der dem Kader wirklich zusätzliche Qualität eingebracht hat.
2015 war Kimmich der einzige Zugang, der wirklich eingeschlagen hat. Bei Vidal und bei Costa würde ich diesbezüglich deutliche Abstriche machen.
Auf der anderen Seite:
Die Abgänge von Kroos (2014), Schweinsteiger (2015), Lahm und Alonso (2017). M. E. wurden die nicht rechtzeitig bzw. gar nicht angemessen kompensiert. Lediglich Kimmich/Lahm würde ich da gelten lassen. Kroos mit der Verweigerung eines vernünftigen Vertragsangebots zu Real zu vertreiben, war wohl sogar ein Kardinalfehler.
Dazu hat man sich nicht wirklich bemüht, etwa einen Kevin de Bruyne zu holen (2015), obwohl der damals interessiert war. Aus Manchester wird man ihn jetzt nicht mehr loseisen können. Desgleichen nicht einen Leroy Sane, der 2016 auf dem Markt war. Und ein Draxler ist im Januar dieses Jahres auch nicht zu den Bayern gegangen, sondern gleich nach Paris. Dass der FCB sich sonderlich um ihn bemüht hat, ist mir jedenfalls nicht aufgefallen.
Inzwischen ist es auch für einen FC Bayern schwierig geworden, sich Top-Spieler aus der Bundesliga so abzugreifen, wie man es jahrelang fast mühelos konnte. Auf dem europäischen Markt hat man zuletzt ohnehin zumeist nur Spieler verpflichtet, die zwar sehr gute Qualität haben, aber eher keine internationale Top-Qualität. Dass man da, so wie immer wieder Dortmund, weniger große Namen auftreibt, die sich dann schnell zu Top-Spielern entwickeln, ist auch schon lange nicht mehr der Fall.
Und der eigene Nachwuchs? Hoeneß hat schon recht, wenn er die Resultate der Nachwuchsarbeit als unzureichend empfindet und diesbezüglich Gas geben will. Seit Thomas Müller, der ja auch kein Jungspund mehr ist, ist da nicht mehr so viel gekommen.
Der FC Bayern wird an mehreren Stellschrauben drehen müssen, um international nicht - deutlich - zurückzufallen.
Er wird sehen müssen, dass er auf dem internationalen Markt Spieler mit hohem Potenzial findet, die noch etwas im Verborgenen blühen (oder eben auch dreistellige Millionensummen an Ablöse bezahlen).
Dazu muss in naher Zukunft aus der nun wirklich aufwendig betriebenen Nachwuchsabteilung auch einigermaßen regelmäßig wieder eine „Dividende“ für die erste Mannschaft anfallen.
Man wird auch absehbare Altersumbrüche, aktuell Robben, Ribery, Martinez, besser antizipieren müssen (bei Schweinsteiger, Lahm, Allonso hat man das eher nicht so gut gemacht). Ob es demnächst etwa bei Lewandowski, Boateng und Hummels besser läuft, wird man sehen.
Dazu kann man international wohl nicht ohne eine ernsthafte Alternative für den Torjäger Lewandowski auskommen; die Behelfslösungen bei einem Ausfall dieses Spielers mögen gegen Frankfurt oder Augsburg reichen, international tun sie es nicht. Wissen konnte man das auch schon vor Beginn dieser Saison, geholt und gleich wieder verliehen hat man gerade einmal Gnabry, einen ganz anderen Typ Spieler.