Kartoffelbrei hat geschrieben:Genau, UB01 hat wahrscheinlich während des Spiel für eine Partei geworben (Achtung, wahrscheinlich die Linke!)
Nunja, wenn man es allzu streng nimmt, kann man UB nachsagen, sie hätten "Die Falken" auf ihrer Internetseite verlinkt. Die Falken waren sehr SPD nah und erst seit einem Jahr ist dort der Unvereinbarkeitsbeschluss, der jedes andere Parteibuch außer das der SPD verbietet, aufgehoben. Dennoch wäre dieser Vorwurf eher lächerlich.
Das führt uns natürlich zu dem Thema, was denn diese ominöse Antifa sei. Sind es die Jusos oder die Grüne Jugend die teilweise Antifaschismus in ihren Satzungen verankert haben? Sind es die Allgemeinen Studentenausschüsse in den Hochschulen die sich vielfältig gegen Diskriminierungen und rechtes Gedankengut engagieren? Ist es die Linkspartei und ihre Jugendverbände? Sind es die Punker, die dich in der Innenstadt nach nen Euro anschnorren? Sind es Autonome die im AZ hocken und darüber diskutieren, was warum jetzt als faschistisch anzusehen ist? Sind es irgendwelche Anarchosyndikalistischen Gewerkschaften? Sind es Bürgerinitiativen "Gegen Rechts" die sich faschistischem Gedankengut entgegenstellen? Sind Anarchokapitalistische oder Anarchistische Gruppen? Sind es eher stalinistische Gruppen oder Parteien, die diesen Begriff für sich beanspruchen. Oder gleich die Marxisten, die außer Antifaschismus nur das Kapital im Kopf haben? Sind es generell die größeren Gewerkschaften wie Verdi und co, die in ihren Zeitungen oftmals Artikel zum Thema Rechtsextremismus bringen und auch Engagement dagegen zeigen? etc pp
Ich persönlich finde das Credo, dass es keine Guten oder schlechten Antifaschisten gäbe, in Bezug auf offen auftretende Nazis und feste Nazistrukturen immer sehr passend. Jeder der sich gegen Nazis einsetzt verdient in erster Linie Respekt.
Zum Thema Ultras Braunschweig:
Ultras Braunschweig verließen im Jahre 2008 die Südkurve, um sich in der Nordkurve anzusiedeln. Zuvor hatte es wohl Stress mit der restlichen Fanszene Braunschweigs gegeben, man las, dass es an der Art und Weise ihres Support gelegen haben mag. Der Umzug wurde ihnen vor Ort von den Vereinsoffiziellen untersagt und nach einer Demo im Stadion hagelte es ca. 120 Stadionverbote (darunter viele zweijährige Bundesweite und Stadionverbote für Jugendliche die zur Bewährung ausgesetzt werden konnten, welches nicht in Anspruch genommen wurde) für die Gruppe, woraufhin die Gruppe nun fast 5 Jahre durch die Niederungen des Fuß-Hand-und-Wasserballs tingelte.
Die Gruppe Cattiva Brunsviga verließ meines Wissens nach 1-2 Jahre zuvor UB, da sie ihren eigenen Weg gehen wollte und übernahm nach dem Wegfall von UB ihre Position in der Südkurve. Anders als UB hatte sie weniger Probleme moderne Lieder etc. einzuführen, schließlich wurden sie wohl auch als Gegenpol zu den ungeliebten UB empfunden, die zwar nicht mehr im Stadion aber dennoch in der Stadt präsent waren.
Ultras Braunschweig positionierten sich darüber hinaus Antifaschistisch, während Cattiva sich als Unpolitisch darstellte.
Ultras Braunschweig haben überdies eine Stellungnahme zu den Vorfällen verfasst:
Stellungnahme zu den versuchten Übergriffen auf unsere Gruppe beim Heimspiel gegen den VfL Bochum
Am Samstag, 6.10.2012, betraten wir zum ersten mal seit 4 1/2 Jahren die Curva Nord im Eintracht Stadion und kehrten nach Jahren bei Handball, Jugend-Fußball und Wasserball auf die Ränge des Eintracht-Stadions zurück.
Obwohl die 2008 gegen uns ausgesprochenen Stadionverbote bereits seit 2010 weitestgehend ausgelaufen waren, erschien es uns auch die darauffolgenden Jahre aus Sicherheitsbedenken und einer drohenden Gefahr rechter Übergriffe nicht möglich, das Stadion zu betreten. Dass diese Sorge real und berechtigt war, zeigten die Angriffe auf eine kleine Gruppe Einzelpersonen unseres Kreises nach dem Spiel gegen den FC St.Pauli im vergangen Jahr.
Der Besuch am Wochenende gegen den VfL Bochum war auch von der feindseligen Stimmung gegen uns bedrohlich, aber es überwiegt bei uns auch ganz klar die Freude ein Spiel und einen Sieg unserer Eintracht gemeinsam aus der Nordkurve verfolgt haben zu können.
Nach dem Spiel erlebten wir die einzigartige und für uns ausgesprochen widerwärtige Situation, dass wir als fast 100 köpfige Gruppe das Stadion wie Gästefans über den Gästeblock per Shuttlebus verlassen mussten, da rechte Hooligans versuchten uns anzugreifen und die Lage scheinbar kurzzeitig außer Kontrolle war.
Wir verfolgten das Spiel friedlich aus der Nordkurve – von uns ist in keiner Situation Gewalt oder Aggression ausgegangen, stattdessen kam es zu einseitiger Gewalt, bei den Versuchen anderer Braunschweiger unsere Gruppe anzugreifen. Der immer wieder angeführte Fan-Konflikt von vor über vier Jahren kann hier wohl kaum als Begründung für Versuche von gewalttätigen Gruppen angeführt und unser deeskalierendes Auftreten wohl kaum als Provokation gewertet werden – zumal die Angreifer aus dem Hooliganspektrum sich sonst auch nicht für die Art und Weise der Unterstützung oder die Stimmung interessieren. Es handelt sich somit eindeutig um gewalttätige Übergriffe mit rechtem Hintergrund!
Das Fanprojekt und auch Mitarbeiter des Vereins haben uns vor Ort in der prekären Situation im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut unterstützt.
Schockiert und enttäuscht sind wir von der offiziellen Stellungnahme Eintracht Braunschweigs als Reaktion auf unser Erscheinen als auch auf die Broschüre “Kurvenlage” der Initiative gegen rechte (Hooligan-) Strukturen. Bei der Formulierung des Wunsches ohne Nazis und rechte Hooligans im Stadion Spiele der Eintracht zu sehen, kann von “Missbrauch” absolut keine Rede sein! Auch das von uns gezeigte Spruchband “Keine Eintracht mit Nazis” sollte nicht mehr oder weniger als ein Grundkonsens sein, sodass sich die Frage stellt, wie sich dadurch Verein und / oder andere Eintracht-Fans provoziert fühlen können.
Wir fordern Eintracht Braunschweig auf, die Vorfälle und die Probleme zu benennen, inhaltlich Stellung zu beziehen und rechte Gewalt inner- und außerhalb des Stadions zu verurteilen!
Bedanken möchten wir uns für die Solidaritätsbekundungen und eMails von Eintracht-Fans sowie Menschen aus Nah und Fern. Dabei hoffen wir auf eine Solidarisierung aller Eintracht-Fans sich mit uns gegen Nazis und rechte Hooligans zu stellen, die dem Verein schaden und für alle Menschen die nicht in ihr Weltbild passen eine Bedrohung darstellen.
Wir werden uns auch in Zukunft nicht einschüchtern lassen und Spiele von Eintracht Braunschweig besuchen sowie das Team mit unseren Möglichkeiten unterstützen!