Kane hat geschrieben: 27.01.2026 12:10
elrosso hat geschrieben: 27.01.2026 11:51
Die Aussichten haben sich in Sachen Finanzen verschlechtert und dann ist so eine Aktion legitim wenn auch unglücklich (kommuniziert).
Ist es nicht, wenn die Grünen die Finanzen der Stadt im Blick hätte würde die langsam anfangen konstruktiv am Stadion mitzuarbeiten, alles andere macht es nur teurer.
Richtig. Die Aktion ist nicht unglücklich kommuniziert, sondern bestenfalls schlicht unglücklich. Tatsächlich sind negativere Adjektive angebracht. Unlauter beispielsweise.
Die Grünen haben vor der demokratischen Abstimmung im legitimen Prozess gegen das Stadion argumentiert. Teils auch mit illegitimen oder schlichtweg falschen Argumenten. Sie haben die Abstimmung aus guten Gründen verloren.
Fluktuationen in den Stadtfinanzen sind kein Argument, gefasste Beschlüsse dieser Größenordnung - für eine Stadt dieser Größe ist das allemal machbar - über den Haufen zu werfen. Selbst wenn nur Privatpersonen Steuern zahlen würden sprechen wir hier von ca. 1.50 Euro im Monat pro Oldenbürger.
Davon ab: Komplett ignoriert wird die Einnahmenseite außerhalb des Stadions, siehe auch Veranstaltungsräume in WEH/Stadion. Wer da veranstaltet, mietet nicht nur (in die Bilanz bereits eingerechnet), sondern isst und trinkt auch, verbringt ggf. einen Nachmittag in der Innenstadt, vielleicht sogar die Nacht im Hotel. All das in Bahnhofsnähe und fußläufig gut erreichbar. Sowas ist selten und sollte dem gemeinen Grünen ganz gut passen. Das ist natürlich schwer direkt zu quantifizieren. Man kann aber durchaus davon ausgehen, dass die Stadt eine gute Investition tätigt. Studien aus anderen vergleichbaren Standorten haben das ausführlicher dokumentiert.
Weiterhin: Das MWS fällt auseinander und wird nur durch Millionen teure Pflaster am Leben gehalten. Hätte man sich vor 10, 15 Jahren zum neuen Stadion durchgerungen, hätte man es wesentlich günstiger bekommen und an der Instandhaltung sparen können. Das wird in Zukunft nicht besser werden. Bestandserhaltung wird in aller Regel mit zunehmendem Alter nicht billiger. Im Gegenteil.
Letzter finanzieller Punkt: Die Kosten sind zu großen Teilen Baufinanzierung und somit auf die nächsten 30 Jahre oder so festgesetzt. Refinanzierung zu günstigeren Bedingungen mal komplett ignoriert entsprechen 2.2 Millionen heute bei 3% Inflation ca. 0.7 Millionen in 30 Jahren. Plakativ, ja, aber durchaus wichtig.