Gegengerade Fußballfilm und Kulturfest

Aktionen von Fans und Fangruppen

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BöllerB
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Re: Gegengerade Fußballfilm und Kulturfest

Beitrag von BöllerB »

Podcast vom letzten Tag des Festivals

Am heutigen Tag fand das Festival seinen Abschluss – leider musste ein Programmpunkt ausfallen, worüber wir im Podcast erzählen…
https://gegengeradefilmfestival.de/2022 ... festivals/
Die Stellung der Frauen unter Ultras – Ein Vortrag beim Festival „Gegengerade“

Bereits seit Donnerstag wird an der Helene Lange Schule die Ausstellung Fan.Tastic Females
über weibliche Fußballfans gezeigt. Eine der Initiatorinnen, Antje Grabenhorst, war am Samstag persönlich im Oldenburger Marschwegstadion zu Gast und berichtete über ihre langjährige Erfahrungen als Fußballfan mit Sexismus in den Fankurven.

Zunächst erläuterte sie dem Publikum, welches nicht nur aus Fußballfans bestand, die wesentlichen Merkmale der Ultrakultur, die sich durch DIY ("Do it yourself") Gedanken und ein hohes Maß an Kreativität auszeichne. Dies zeige sich zum Beispiel an selbst gemalten Choreografien im Stadion. Ultras seien außerdem leidenschaftliche Fans, die in der Regel ein schwieriges Verhältnis zu Autoritäten – nicht selten auch zum eigenen Verein haben.

Die Attitüden der Ultras seien, so Grabenhorst, zum großen Teil männlich geprägt, ja, hätten mitunter soldatische Züge. Da ist die Rede von Treue, Kameradschaft, Ehre und ähnlichem. Sofern Frauen in Ultragruppen anerkannt würden, dann meistens nur im Rahmen der gängigen Rollenbilder. So seien die
Frauen in einer Ultra-Gruppe oft dafür da, Butterbrote zu schmieren oder Fahnen zu nähen. Auf einem Zaun als Vorsangerin hingegen seien Frauen nur selten bis gar nicht zu sehen.

In vielen Kurven komme es laut Grabenhorst zu sexistischen Vorkommnissen beispielsweise durch abwertende Spruchbänder oder Aufkleber. Beispielhaft hierfür nannte sie Ultras aus Dresden, Rostock und Münster. Gleichzeitig hob sie aber auch positive Beispiele aus anderen Fankurven hervor, wo eigene weibliche Ultragruppen gegründet wurden.

Das Publikum zeigte sich interessiert und stellte im Anschluss an den Vortrag viele weitere Fragen. Es wurde über Unterstützungsmöglichkeiten durch Vereine und Fanprojekte sowie über Awareness Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt und Diskriminierung im Stadion diskutiert. Nach zwei Stunden Austausch hätte sicherlich noch weiter diskutiert werden können, allerdings stand eine weitere Filmvorführung bevor. Aber Grabenhorst sicherte dem Oldenburger Publikum zu, dass sie gerne für einen gemeinsamen Austausch noch mal nach Oldenburg kommen werde.
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BöllerB
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Re: Gegengerade Fußballfilm und Kulturfest

Beitrag von BöllerB »

Kritische Debatte zur Fußball Weltmeisterschaft:

https://mobil.nwzonline.de/plus-oldenbu ... 5-amp.html

Internationale Filmpremiere in Oldenburg:

https://mobil.nwzonline.de/plus-oldenbu ... 0-amp.html

Vortrag über weibliche Fußballfans im Stadion:

https://mobil.nwzonline.de/plus-oldenbu ... 6-amp.html

2:0. Zweite Halbzeit des Gegengerade Festivals erfolgreich beendet.

Es war ein beeindruckendes und bewegendes Wochenende. Unter strahlenden Himmel fand in diesen Tagen das zweite Gegengerade Fußballfilm-und Kulturfestival statt. Vorträge, Filme, Lesungen und ein Turnier luden im städtischen Marschwegstadion zum gemeinsamen Austausch ein. Thematischer Schwerpunkte waren Fußball, Frauen und Menschenrechte.

Mit dem Film „Zeit zum Atmeholen“ feierte das Festival eine internationale Filmpremiere des Filmemachers und Vorsitzenden des Vereins Werkstattfilm e.V. Farschid Ali Zahedi. Der Film ist eine Kooperation zwischen dem Gegengerade Festival und dem FC Ardalan im Iran. Darin kommen mutige Frauen aus dem Iran zu Wort, die beschreiben, dass das runde Leder in einer Gesellschaft, in der sie unterdrückt werden, ein kleines Stück zum Atmen gibt. Die Aufnahmen wurden unter erschwerten Bedingungen aufgenommen und Zahedi an einem Flughafen von einem Boten überbracht, der diese für den Film zusammenschnitt. Er beabsichtigt, den Film in ganz Europa zu zeigen. Ebenfalls gut besucht war ein Vortrag von Antje, Grabenhorst, eine der Initiatorinnen der Ausstellung „Fantastic Females“ die zur Zeit an der Helene Lange Schule zu sehen ist. Sie berichtete über ihre langjährigen Erfahrungen als Frau in deutschen Fankurven. Im Anschluss an den Vortrag wurde noch lange über Unterstützungsmöglichkeiten für Frauen durch Vereine und Fanprojekte diskutiert. Vor jeder Veranstaltung wurde eine Auswahl an Fußballfotos präsentiert. Das Publikum durfte mit Stimmkarten über das beste Foto entscheiden. Am Ende gewann Heinz Josef Kessen den Publikumspreis. Das Bild transportiert die Dynamik und Bewegung beim Torschuss eines jungen Mädchens. Die Preisverleihung findet an einem gesondertenTermin im KinOLaden statt.

Die Initiatoren des Festivals sind sehr zufrieden und kündigen bereits eine Neuauflage an. „Das Festival ermöglicht verschiedene Kulturelemente und verschmelzt sie zusammen wie ein Ball“ so Farschid Ali Zahedi. Jan Krieger ergänzend dazu: „Das Festival vereint Fußballfankultur mit Soziokultur und ist für den Nordwesten Niedersachsens einmalig“. Die Organisator*innen bedanken sich bei allen Kooperationspartner*innen und den Unterstützer*innen und Förder*innen des Festivals: die Stadt Oldenburg, Die EWE Stiftung, die GSG, die Lotto Toto Stiftung und dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen.
https://www.facebook.com/11041226715984 ... 429102588/

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